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Adipositas-Schweregrade im Überblick

Den Adipositasgrad zu kennen, hilft dabei, die gesundheitlichen Herausforderungen Adipositas-Betroffener besser einzuordnen. Eine Einstufung der Schwere von Adipositas ermöglicht abgestimmte Behandlungstherapien und eine bessere Einschätzung von gesundheitlichen Risiken. Erfahre auf dieser Seite mehr zu den verschiedenen Adipositas-Graden sowie zu spezifischen Folgen und Behandlungen je Schweregrad.

Welche Adipositas-Stufen gibt es?

Die Adipositas-Gradeinteilung wird basierend auf dem Body-Mass-Index (BMI) vorgenommen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt drei Grade und eine Vorstufe für das krankhafte Übergewicht an:

  • Präadipositas (Übergewicht): Diese Adipositas-Vorstufe tritt bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 auf.
  • Adipositasgrad 1: Dieser Grad wird bei einem BMI von 30 und höher erreicht. 13,2 Prozent der Erwachsenen sind hierzu zu zählen.
  • Adipositasgrad 2: Er liegt vor, sobald der BMI bei 35 und höher liegt. 4,0 Prozent der Erwachsenen lassen sich dem Grad II der Adipositas zurechnen.
  • Adipositasgrad 3 (Adipositas per magna oder morbide Adipositas): Hierbei handelt es sich um die schwerste Form der Adipositas, die bei einem BMI von 40 und höher auftritt. 1,8 Prozent der Erwachsenen gehören ihrem BMI nach zu von Adipositas-Grad-III-Betroffenen.

Du kannst deinen BMI mit unserem praktischen BMI-Rechner bestimmen. In der folgenden Tabelle haben wir die unterschiedlichen Gewichtsklassifikationen zusammengefasst.

Adipositas-Grade in der Übersicht.

Wie gefährlich sind die unterschiedlichen Adipositasgrade?

Adipositas kann eine ernsthafte Gesundheitsbedrohung sein. Dementsprechend kann jeder Grad das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen.

Was sind die Folgen und Auswirkungen von Adipositasgrad 1?

Schon bei Adipositasgrad 1 kann das Risiko für Krankheiten wie Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck erhöht sein. Darüber hinaus sind Folgeerkrankungen wie Arteriosklerose, Gicht und Fettleber möglich. Wichtig ist, dass du dich schon früh mit deinem Arzt besprichst, um mögliche individuelle Folgen abzuklären.

Was sind Auswirkungen und Symptome von Adipositasgrad 2

Beim zweiten Grad der Adipositas ist das Risiko für die oben genannten Folgeerkrankungen nochmals erhöht. Hinzu können weitere Symptome und Folgeerkrankungen kommen, die auf die erhöhte körperliche Belastung zurückzuführen sind. In vielen Fällen sind auch Gelenkschmerzen und eine verminderte Belastbarkeit Symptome des zweiten Grades der Adipositas. Auch nächtliche Atemaussetzer, Sodbrennen und übermäßiges Schwitzen sind möglich. Darüber hinaus sind auch psychische Folgen des zweiten Adipositas-Grades möglich. Hierzu können Depressionen, Angstzustände und ein geringes Selbstwertgefühl gehören. Außerdem kann bei Grad zwei der Adipositas die Gefahr für Brust-, Darm- und Prostatakrebs erhöht sein.

Kurzer Überblick der Adipositas-Typ-2-Folgen und -Symptome

Weitere Symptome und Folgeerkrankungen aufgrund erhöhter körperlicher Belastung

  • Mögliche Symptome:
    • Gelenkschmerzen
    • Verminderte Belastbarkeit
    • Nächtliche Atemaussetzer
    • Sodbrennen
    • Übermäßiges Schwitzen
  • Psychische Folgen:
    •     Depressionen
    •     Angstzustände
    •     Geringes Selbstwertgefühl
  • Erhöhtes Krebsrisiko:
    •     Brustkrebs
    •     Darmkrebs
    •     Prostatakrebs

Was sind mögliche Folgen von Adipositasgrad 3?

Der dritte Grad der Adipositas, auch Adipositas permagna oder morbide Adipositas genannt, kann das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich erhöhen. Konkret sind dies Typ-2-Diabetes, Herzprobleme, Schlaganfall und ein erhöhtes Krebsrisiko. Hinzu können Symptome wie eine deutlich verminderte Belastbarkeit und die Neigung zu sehr starkem Schwitzen kommen. Auch Gelenkschmerzen, zum Beispiel in den Knien und Rückenschmerzen gehören zu den möglichen Symptomen. Die körperlichen Auswirkungen der Adipositas permagna werden durch hinzukommende psychische Probleme erweitert. Ein stark vermindertes Selbstvertrauen, soziale Isolation und Depressionen können weitere Folgen des dritten Grades der Adipositas sein.

Kurzer Überblick der Adipositas-Typ-3-Folgen und -Symptome

  • Erhöhtes Risiko für:
    •     Typ-2-Diabetes
    •     Herzprobleme
    •     Schlaganfall
    •     Erhöhtes Krebsrisiko
  • Symptome können sein:
    •     Deutlich verminderte Belastbarkeit
    •     Neigung zu sehr starkem Schwitzen
    •     Gelenkschmerzen, zum Beispiel in den Knien
    •     Rückenschmerzen
  • Psychische Probleme:
    •     Stark vermindertes Selbstvertrauen
    •     Soziale Isolation
    •     Depressionen

Adipositas-Grade: Geschlechtsspezifische Risiken

Darüber hinaus unterscheidet sich die Adipositas bei unterschiedlichen Geschlechtern. Schau dir dazu unseren Ratgeber zu Adipositas bei Frauen an. Eine Studie der Global BMI Mortality Collaboration zeigt, dass das Risiko, in den nächsten 15 Jahren zu sterben, mit dem Alter und steigendem BMI zunimmt und bei Männern höher ist als bei Frauen. Bei den 18- bis 25-Jährigen ist das Risiko noch relativ gering, steigt aber in den Altersgruppen 26-35 Jahre, 36-45 Jahre, 46-55 Jahre und 56-65 Jahre stetig an. In jeder Altersgruppe ist das Risiko für Männer außerdem höher als für Frauen. Darüber hinaus ist das Risiko, mit einem höheren Body-Mass-Index (BMI) in den nächsten 15 Jahren zu versterben, höher. Diese Erkenntnisse gelten insgesamt für alle betrachteten Altersgruppen.

Geschlechterspezifische Risiken.

Welche Rolle spielt die Körperfettverteilung?

Die Fettverteilung im Körper spielt eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung des Gesundheitsrisikos von Adipositas. Es wird in zwei verschiedene Fettverteilungsmuster unterschieden:

  • Androide Adipositas, auch abdominale, zentrale oder viszerale Adipositas genannt, bei der das Fett hauptsächlich im Bauchbereich gespeichert wird.
  • Gynoide Adipositas, auch periphere oder gluteofemorale Adipositas genannt, bei der das Fett hauptsächlich im Bereich der Hüften gespeichert wird.

Das Fettverteilungsmuster kann das Risiko für metabolische und kardiovaskuläre Folgeerkrankungen beeinflussen. Bei bauchbetonter Adipositas kann ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Schlaganfall und Diabetes Typ 2 bestehen. Ab einem Taillenumfang von mehr als 88 Zentimetern bei Frauen und 102 Zentimetern bei Männern kann das Risiko für diese Begleiterkrankungen deutlich erhöht sein. Zu den Risikofaktoren für Adipositas haben wir einen umfassenden Ratgeber zusammengestellt.

Daher ist es wichtig, neben dem Body-Mass-Index (BMI) auch den Bauchumfang zu messen, um das Risiko für Folgeerkrankungen besser einschätzen zu können.

Hier findest du Unterstützung – Egal bei welchem Adipositasgrad

Je nach Adipositasgrad kann eine Reihe von Gesundheitsproblemen auftreten. Damit sich die Folgen von Adipositas eindämmen lassen, sollten präventiv Maßnahmen ergriffen werden, die gesundheitsfördernd sind. Bei einer Adipositas-Behandlung ist ein ganzheitlicher Ansatz entscheidend. Eine Kombination aus einer Ernährungsumstellung mit reduzierter Kalorienzufuhr und einer Steigerung der körperlichen Aktivitäten kann helfen, das Gewicht zu reduzieren. Entscheidend ist, dass du diesen Schritt nicht alleine gehst: sprich mit Freunden und Familie und ziehe für die Behandlung deinen Arzt hinzu. Wir haben nützliche Informationen zum Thema Adipositas  für dich zusammengestellt.

Was versteht man unter einem Adipositasgrad?

Unter einem Adipositasgrad versteht man die Einteilung, wie ausgeprägt die Adipositas im Verhältnis zur Körpergröße ist. Grundlage dafür ist meist der Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht durch die Körpergröße zum Quadrat teilt. Über diese Adipositasgradeinteilung (beispielsweise Präadipositas, Adipositasgrad 1, 2 und 3) lassen sich Gesundheitsrisiken besser einschätzen und passende Behandlungsmaßnahmen planen.


Wie werden die einzelnen Grade von Adipositas (Grad I, II, III) definiert?

Der Grad der Adipositas wird in der Regel nach dem BMI eingeteilt:

  • Präadipositas: BMI 25–29,9 – Vorstufe der Adipositas
  • Adipositasgrad 1: BMI 30–34,9
  • Adipositasgrad 2: BMI 35–39,9
  • Adipositasgrad 3: BMI ≥ 40 – auch Adipositas permagna oder morbide Adipositas genannt, die ausgeprägeste Form der Erkrankung.

Diese Adipositasgrade können Ärztinnen und Ärzten helfen, das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser einzuordnen.


Wie beeinflusst der Adipositasgrad die Wahl der Behandlungsmaßnahmen?

Je höher der Adipositasgrad, desto intensiver fallen in der Regel die Behandlungsmaßnahmen aus. Bei Präadipositas und Adipositasgrad 1 stehen meist Lebensstilmaßnahmen wie Ernährungsumstellung, mehr Bewegung und Verhaltenstherapie im Vordergrund. Je nach individueller Situation kann ergänzend auch eine medikamentöse Behandlung in Betracht gezogen werden.

Bei Adipositasgrad 2 und insbesondere bei Adipositasgrad 3 Adipositas permagna kommen häufiger strukturierte Programme in spezialisierten Zentren infrage. In diesen Stadien können bei entsprechenden Voraussetzungen sowohl medikamentöse Therapien als auch bariatrische Eingriffe wie Schlauchmagen oder Magenbypass Teil des Behandlungskonzepts sein, um das erhöhte Gesundheitsrisiko zu senken.


Wie zuverlässig ist die Einteilung nach BMI für den Adipositasgrad – gibt es Grenzen?

Die Einteilung der Adipositasgrade nach Body‑Mass‑Index (BMI) ist ein hilfreicher erster Orientierungswert, hat aber klare Grenzen. Der BMI unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse und berücksichtigt weder die Fettverteilung (beispielsweise Bauchfett) noch individuelle Risikofaktoren oder bestehende Erkrankungen. Sportliche Menschen können dadurch fälschlich als übergewichtig klassifiziert werden.

Aktuelle Fachgesellschaften empfehlen deshalb, den Grad der Adipositas immer zusammen mit Taillenumfang, Körperfettverteilung, Begleiterkrankungen und psychischer Belastung zu betrachten, um das tatsächliche Risiko besser einschätzen zu können.


Welche gesundheitlichen Risiken sind mit den einzelnen Adipositasgraden verbunden?

Mit steigendem Adipositasgrad nehmen auch die gesundheitlichen Risiken deutlich zu. Schon ab Adipositasgrad 1 kann das Risiko für Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Typ-2-Diabetes, Fettleber und Gelenkprobleme erhöht sein.

Bei Adipositasgrad 2 können zusätzlich Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall; auch Schlafapnoe, Arthrose und bestimmte Krebserkrankungen häufiger auftreten.

Bei Adipositasgrad 3 – oft als morbide Adipositas oder Adipositas permagna bezeichnet – ist das Risiko für schwere Folgeerkrankungen und eine möglicherweise verkürzte Lebenserwartung besonders hoch, weshalb hier eine konsequente, oft multimodale Behandlung (inklusive medikamentöser oder bariatrischer Therapie) empfohlen wird.


Weitere interessante Artikel

Quellen
  • https://adipositas-gesellschaft.de/ueber-adipositas/definition-von-adipositas/
  • https://www.gesundheitsinformation.de/starkes-uebergewicht-adipositas.html

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