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Übergewicht bei Jugendlichen: Von Haus aus dick?

Übergewicht bei Jugendlichen ist in Deutschland weit verbreitet. Aus der KiGGS Welle 2, die einen Zeitraum von 2015 bis 2017 abdeckt, geht hervor, dass 15,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Übergewicht betroffen sind. 5,9 Prozent sind sogar fettleibig (adipös). Vor allem in jungen Jahren kann es dadurch zu langfristigen gesundheitlichen Folgen kommen. Doch ab wann ist man „nur“ übergewichtig und ab wann adipös? In diesem Blog möchten wir dir wertvolles Wissen rund um das Thema Adipositas bei Jugendlichen vermitteln.

3 min. Lesezeit

Unterstützung bei Adipositas im Jugendalter

Starkes Übergewicht kann für Jugendliche eine erhebliche physische und psychische Belastung darstellen. Selbstzweifel, Scham und Diskriminierung durch Mitschüler:innen und eventuell sogar durch medizinisches Personal gehören für viele zum Alltag. Betroffene Kinder und Jugendliche geben sich meist selbst die Schuld an ihrem Übergewicht. Rund 70 Prozent glauben, dass sie allein für ihr Gewicht verantwortlich sind. Doch junge Menschen können nichts für ihr Körpergewicht. 

Wie entsteht Adipositas bei Jugendlichen?

Adipositas im Jugendalter kann viele Gründe haben – genetische Faktoren können beispielsweise eine große Rolle spielen. Oft sind außerdem Lebensmittel, die Kinder und Jugendliche zu sich nehmen, zu fett, zu süß, zu salzig – sprich einfach zu hoch verarbeitet. Und wer zu viel und sehr kalorienreich isst, nimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit zu. Neben der Ernährung hat auch die Bewegung eine wichtige Bedeutung – oder vielmehr der Bewegungsmangel. Eine WHO-Untersuchung zeigt, dass sich 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht ausreichend bewegen – die Mediennutzung, beispielsweise die Zeit am Handy, soll dazu beitragen. Passend dazu stellt die WHO Bewegungsempfehlungen vor: 60 Minuten moderate bis intensive sportliche Betätigung sollten es am Tag im Alter zwischen fünf und siebzehn sein. Weitere mögliche Gründe für Übergewicht bei Teenagern:

  • Die soziale Herkunft: Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien und mit Migrationshintergrund haben Untersuchungen zufolge ein höheres Risiko für Übergewicht und Adipositas.
  • Psychische Ursachen: Die familiäre Situation kann ein Auslöser entsprechender Probleme sein. Beispielsweise Scheidungen oder Todesfälle in der Familie.

Daneben können bestimmte Medikamente und Erkrankungen Adipositas im Jugendalter auslösen. Bei einigen adipösen Jugendlichen ist das starke Übergewicht schon seit ihrer Kindheit belastend. Wie Eltern bei übergewichtigen Kindern reagieren können, erläutern wir in einem weiteren Blog Artikel zum Thema Adipositas bei Kindern.

 

Was tun bei Übergewicht bei Jugendlichen?

Ein Viertel der Jugendlichen weiß oftmals garnicht, dass sie an Adipositas leiden. Die ACTION teens Studie zeigt jedoch, dass viele Jugendliche abnehmen und ihre Gesundheit verbessern möchten. Einige zögern, mit ihren Eltern darüber zu sprechen und suchen stattdessen Rat in sozialen Medien. Dabei können schon kleine Änderungen bei Übergewicht helfen:

  • Eine ausgewogene Ernährung: Regelmäßige und gesunde Mahlzeiten sowie der Verzicht auf gezuckerte Getränke können helfen. Auch Fast Food sollte eher die Ausnahme als die Regel sein.
  • Mehr Bewegung: Überall im Alltag gibt es Möglichkeiten für körperliche Aktivitäten. Mit einigen Spielen ist es sogar möglich, Sport beim Zocken vor dem heimischen Fernseher zu machen.
  • Gesunde Gewohnheiten: Eltern übergewichtiger Teenager können helfen, indem sie gesunde Gewohnheiten fördern. Hier kommt zum Beispiel der Eintritt in einen Sportverein infrage.

Jugendliche, die sich fragen, ob sie abnehmen können, sollten eines beachten: Der Körper befindet sich noch in der Entwicklung und der Wunsch nach schnellen Ergebnissen kann hier zu Problemen führen. Es kann ratsam sein, ärztliche Unterstützung hinzuzuziehen.

Beachte bitte: Vor einem Besuch beim Arzt kann es hilfreich sein, sich selber ein Bild über mögliche Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas zu verschaffen. Bei uns kannst du dich darüber hinaus über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas informieren.

Welche Folgen kann Übergewicht für Jugendliche haben?

Die Folgen von Übergewicht für Jugendliche können weitreichend und langfristig sein. So zeigt die Untersuchung Consequences of Obesity in Young Adulthood, dass Jugendliche am schnellsten von allen Altersgruppen zunehmen. Junge Erwachsene haben zusätzlich nicht nur das größte Risiko übergewichtig zu werden, sie tendieren dazu im Erwachsenenalter weiter zuzunehmen. Die konkreten gesundheitlichen Folgen können vielfältig sein:

  • Körperliche Folgen: Mögliches erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Außerdem können hormonelle Veränderungen auftreten.
  • Soziale und psychische Folgen: Jugendliche mit Übergewicht sind häufig Hänseleien ausgesetzt und sehen sich in ihrem schulischen und privaten Umfeld unter Umständen mit Vorurteilen konfrontiert.

Übrigens: Bei uns findest du noch viele weitere wichtige Informationen zum Thema Adipositas!

Wie häufig ist Übergewicht bei Jugendlichen in Deutschland?

Übergewicht bei Jugendlichen ist in Deutschland weit verbreitet. Daten der KiGGS-Studie zeigen, dass rund 15 % der Kinder und Jugendlichen übergewichtig sind, davon gelten knapp 6 % als adipös.

Der aktuelle COSI-Bericht der WHO verdeutlicht die Dimension auf europäischer Ebene: In den teilnehmenden Ländern lebte bereits ein Viertel der Kinder (25 %) im Alter von 7 bis 9 Jahren mit Übergewicht, rund 11 % sogar mit Adipositas. Dabei zeigt sich ein klares Geschlechtergefälle, da Jungen mit 13 % häufiger betroffen waren als Mädchen (9 %).

Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil von Jugendlichen mit Übergewicht und Adipositas weiter zu, und die Covid-19-Pandemie hat diese Entwicklung in vielen Altersgruppen zusätzlich verstärkt. 


Welche Ursachen führen dazu, dass Jugendliche übergewichtig werden?

Übergewicht bei Jugendlichen entsteht meist durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, es geht längst nicht nur um „zu viel Essen“. Eine große Rolle spielen hochverarbeitete, stark zucker- und fettreiche Lebensmittel, süße Getränke und Snacks sowie ein Bewegungsmangel im Alltag. Studien zeigen, dass sich viele Jugendliche deutlich weniger bewegen, als von der WHO empfohlen, und viel Zeit im Sitzen oder vor Bildschirmen verbringen.

Hinzu kommen genetische Veranlagung, hormonelle Faktoren, bestimmte Medikamente sowie familiäre Gewohnheiten: Was zu Hause gegessen wird, wie über Körpergewicht gesprochen wird und wie selbstverständlich Bewegung im Familienalltag ist, beeinflusst das Risiko für Adipositas im Jugendalter deutlich.


Gibt es soziale oder psychische Faktoren, die das Risiko für Übergewicht bei Jugendlichen erhöhen?

Ja, neben Ernährung und Bewegung können auch soziale und psychische Faktoren das Risiko für Übergewicht bei Teenagern beeinflussen. Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien oder mit bestimmten Migrationshintergründen sind häufiger von Übergewicht und Adipositas betroffen, unter anderem, weil gesunde Lebensmittel, Sportangebote oder ein stabiler Alltag schwerer zugänglich sein können.

Psychische Belastungen wie Stress, Mobbing, familiäre Konflikte, Trennungen oder Trauer können dazu führen, dass Essen als Trost oder Ventil genutzt wird. Gleichzeitig leiden viele Jugendliche mit Adipositas im Jugendalter unter Scham, Hänseleien und Ausgrenzung – ein Kreislauf, der das Gewicht und das seelische Wohlbefinden weiter negativ beeinflussen kann.


Welche körperlichen und gesundheitlichen Folgen kann Übergewicht im Jugendalter haben?

Übergewicht im Jugendalter kann bereits früh zu gesundheitlichen Problemen führen. Zu den möglichen Folgen können unter anderem Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, erhöhte Blutzuckerwerte bis hin zu Typ-2-Diabetes, eine Fettleber sowie orthopädische Beschwerden wie Knie- oder Rückenschmerzen gehören.

Hinzu können mögliche hormonelle Veränderungen kommen, zum Beispiel Zyklusstörungen bei Mädchen. Auch soziale und psychische Folgen sind häufig: Jugendliche mit Adipositas erleben öfter Mobbing, Stigmatisierung, geringes Selbstwertgefühl und depressive Symptome.
Weil sich diese Risiken ins Erwachsenenalter fortsetzen können, ist eine frühe Unterstützung besonders wichtig.


Was können Eltern und Familien tun, wenn ein Jugendlicher übergewichtig ist?

Wenn das eigene Kind übergewichtig ist, kann es im ersten Schritt hilfreich sein, ruhig und auf Augenhöhe miteinander zu sprechen und gemeinsam mögliche Gründe zu erörtern, ohne Schuldzuweisungen oder Druck. Wichtig ist, das Thema sensibel anzusprechen und dem Jugendlichen zu vermitteln, dass er oder sie nicht allein ist.

Im nächsten Schritt kann ärztliche Unterstützung sinnvoll sein, um das Gewicht, mögliche Folgeerkrankungen und passende Maßnahmen einzuordnen. Dabei ist es wichtig, auf eine einfühlsame Begleitung zu achten, da nicht jede Ärztin oder jeder Arzt gleich sensibel mit dem Thema umgeht.

Im Alltag können Eltern unterstützen, indem sie gesunde Gewohnheiten vorleben, etwa regelmäßige Mahlzeiten, weniger zuckerhaltige Getränke, mehr gemeinsame Bewegung und eine Umgebung, in der Essen nicht als Belohnung oder Trost dient. Gleichzeitig sollte das Selbstwertgefühl gestärkt und das Thema Gewicht ohne Beschämung besprochen werden.



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Mein Name ist Christine.

Es gibt so viele Informationen rund um das Thema Übergewicht und Abnehmen – vieles ist sicherlich richtig, aber vieles auch falsch oder nicht allumfassend berichtet. Mein Anliegen ist es zu diesen Themen aufzuklären und Wissen zu vermitteln.

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Quellen

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