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Diabetes und Übergewicht: Warum dein Fettgewebe das Risiko erhöht

Mit jedem Pfund zu viel auf der Waage steigt das Risiko für
Typ-2-Diabetes. Auf welche Symptome du achten solltest.

4 min. Lesezeit
Frau mit Adipositas überprüft sitzend ihren Blutzuckerspiegel mit einem Blutzuckermessgerät.

Menschen mit Adipositas haben ein erhöhtes Risiko für Begleiterkrankungen. Eine typische Folgeerkrankung von Übergewicht ist Diabetes Typ 2. Das ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Zucker im Blut ansammelt. Im Volksmund sprechen viele einfach von der Zuckerkrankheit. Warum starkes Übergewicht zu Typ-2-Diabetes führen kann und worauf du sonst noch achten solltest, erfährst du in folgendem Blogbeitrag.

Was ist eigentlich Diabetes?

Bei Diabetes ist der Körper nicht mehr in der Lage, den Blutzucker in ausreichender Menge abzubauen. Bei einem gesunden Körper produziert die Bauchspeicheldrüse ausreichend Insulin und sorgt für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel. Bei Diabetikern gelingt dies nicht. Man unterscheidet zwei Arten von Diabetes: 

  • Diabetes Typ 1: Dieser Typ tritt meist schon im Kindes- oder Jugendalter auf. Ursache ist eine Autoimmunkrankheit. Bei Typ-1-Diabetikern produziert die Bauchspeicheldrüse kein oder nur sehr wenig Insulin. Insulin ist ein wichtiger Botenstoff im Körper. Er sorgt dafür, dass der Körper die aufgenommene Nahrung richtig verwerten kann. Rund 373.000 Betroffene in Deutschland müssen deshalb ihr Leben lang regelmäßig Insulin spritzen.
  • Diabetes Typ 2: Diese Form des Diabetes tritt wesentlich häufiger auf als der Typ 1. Etwa 90 Prozent aller Erkrankten leiden an Typ 2. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes ist der Typ-2-Diabetes häufig lebensstilbedingt: Zu wenig Bewegung und falsche Ernährung gehören zu den Hauptursachen. Auch ein erhöhter Blutdruck, eine Schwangerschaft, ein höheres Alter und bestimmte Medikamente können die Entwicklung von Diabetes begünstigen. Menschen mit Übergewicht haben ein fast dreimal so hohes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Diabetes durch Übergewicht:
Diese Symptome solltest du kennen

Bei Übergewicht solltest du immer auf plötzlich auftretende Symptome achten. Bei Diabetes sind sie allerdings ziemlich unspezifisch. Typische erste Kennzeichen sind starker Durst, Müdigkeit oder trockene Haut. Deshalb wird Diabetes oft erst sehr spät diagnostiziert. Mit einem einfachen Test kann dein Arzt feststellen, ob bei dir ein Diabetes oder eine Vorstufe vorliegt.

Weitere Symptome sind:

  • starker Harndrang
  • Übelkeit
  • Antriebsschwäche
  • verminderte Leistungsfähigkeit
  • Infektanfälligkeit
  • Schwindel
  • Sehstörungen
  • Schlechter heilende Wunden

Wie hängen Adipositas und Diabetes Typ 2 zusammen?

Adipositas zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Entwicklung von Typ-2-Diabetes. Mediziner vermuten – neben genetischen Ursachen – zwischen Diabetes und Übergewicht folgenden Zusammenhang:

Zu viel Fettgewebe kann zu ständigen kleinen Entzündungen im Körper führen. Diese chronischen Entzündungen scheinen bei der Entstehung von Typ-2-Diabetes eine Rolle zu spielen. Man spürt die Entzündungen nicht, aber sie sind nicht gut für den Körper, da sie es dem Hormon Insulin erschweren, den Zuckergehalt im Blut zu regulieren. Wenn das körpereigene Insulin nicht mehr richtig wirkt, spricht man von einer Insulinresistenz, die auch erblich bedingt sein kann. Nach dem Essen bleibt dann zu viel Zucker im Blut. In der Folge muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin produzieren. Irgendwann sind die Insulin-produzierenden Zellen erschöpft und es kann zu Diabetes Typ 2 kommen.

Wieso kann bei Adipositas Insulinresistenz entstehen?

Die größten Übeltäter sind die Fettzellen, besonders die im Bauchfett. Sie setzen bestimmte Botenstoffe frei. In der Folge wird das Enzym Hexokinase 2, das normalerweise den Zucker im Gewebe abbaut, nicht mehr in ausreichender Menge gebildet. Der Körper entwickelt eine Insulinresistenz. Insulin ist aber notwendig, um den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren und dort zu verarbeiten.

Die Hauptursache für zu viel Bauchfett ist eine unausgewogene, fettreiche Ernährung und zu wenig Bewegung. Eine ungünstige Ernährung schränkt nicht nur der Abtransport und Abbau von Zucker im Fettgewebe ein. Auch der Zuckerstoffwechsel in der Leber gerät aus dem Gleichgewicht. Die Leber produziert mehr Zucker als bei normalgewichtigen Menschen, die sich ausgewogen ernähren. Die Veränderungen im Stoffwechsel von Fettgewebe und Leber führen unweigerlich zu einem dauerhaft erhöhten Blutzuckerspiegel, also Diabetes.

Übergewicht und Diabetes:
Ein „Übel“ kommt selten allein

Das Hauptmerkmal von Diabetes sind zu hohe Blutzuckerwerte. Viele Menschen mit (starkem) Übergewicht leiden aber auch an Bluthochdruck und einem gestörten Fettstoffwechsel. Jeder dieser Faktoren allein – und erst recht in Kombination – kann deine Gefäße schädigen. Sie verengen sich und können sogar komplett „verstopfen“. Vor allem dein Herz ist auf eine gute Durchblutung angewiesen, damit es auf Dauer kräftig und rhythmisch schlagen kann. Ist es schlecht durchblutet, kann es mit der Zeit zu Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt kommen. Um Gefäßrisiken frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, ist es wichtig, dass du in regelmäßigen Abständen deine Stoffwechseleinstellung, die Fettwerte und deinen Blutdruck überprüfen lässt. 

Wie wird Typ-2-Diabetes behandelt?

Je nach körperlicher Verfassung oder Alter reicht es in vielen Fällen aus abzunehmen, die Ernährung umzustellen und sich mehr zu bewegen. In manchen Fällen müssen stark übergewichtige Menschen dauerhaft Medikamente einnehmen, Insulin spritzen oder beides kombinieren. Bewährt haben sich Patientenschulungen, in denen man gemeinsam mit anderen lernt, gesünder zu leben. Ob sich Typ-2-Diabetes bei Übergewicht mit der „richtigen“ Ernährung und viel Bewegung ganz vermeiden lässt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.

Kennst du dein Risiko für Übergewicht?

Starkes Übergewicht und ein ungesunder Lebensstil erhöhen langfristig das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkprobleme und bestimmte Krebsarten. Es lohnt sich, frühzeitig gegenzusteuern. Auf unserer Website findest du ein praktisches Tool, das dir dabei helfen kann: unseren Adipositas-Risikorechner

Weiterlesen: Behandlungsmöglichkeiten bei Adipositas.

Quellen

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