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Abnehmen mit Kalorienzählen

Um gesünder zu leben, für mehr Wohlbefinden oder möglichen Erkrankungen vorzubeugen: viele Menschen wollen ihr Gewicht reduzieren. Das Abnehmen mit Kalorienzählen kann hierbei unterstützen – sowohl händisch als auch mit der Unterstützung durch digitale Helfer. Wir zeigen Hintergründe und klären zum Funktionsumfang auf. 

Abnehmen mit Kalorienzählen setzt vielfach auf digitale Helfer.


Abnehmen mit Kalorienzählen kann ein Bestandteil des Weges zu mehr Wohlbefinden sein. 

Auf einen Blick: Welche Vorteile hat das Kalorientracken?

  1. Transparenz und Bewusstsein: Das Kalorienzählen kann dir dabei helfen, ein besseres Bewusstsein für deine Portionsgrößen und den energetischen Wert deiner Lebensmittel zu entwickeln.
  2. Flexibilität statt Verzicht: Das Kalorienzählen ist sinnvoll, um zu verstehen, dass es keine „verbotenen Lebensmittel“ gibt. Danach kannst du deine Ernährung ohne strikte Dogmen individuell gestalten. 
  3. Gezielte Qualität: Du bekommst nicht nur einen Einblick in die Mengen und Portionsgrößen in deiner Ernährung, sondern kannst auch Nährwerte tracken. 

Was ist die beste App zum Kalorientracken?

Die Suche nach der idealen App zum Abnehmen durch Kalorienzählen lässt sich nicht pauschal beantworten, da das beste Tool immer von deinen individuellen Zielen und Vorlieben abhängt. Während sich einige digitale Helfer explizit an Sportbegeisterte richten, steht bei anderen ein ganzheitliches Wohlbefinden im Fokus. Die Qualität einer App bemisst sich vor allem an ihrem Herzstück: einer umfangreichen Lebensmitteldatenbank, die Produkte per Barcode-Scan oder Bilderkennung schnell erfasst und den Abgleich mit deinen persönlichen Zielen ermöglicht. Letztlich ist die beste App für dich diejenige, die dir durch Funktionen wie Favoritenlisten oder die Anbindung an Fitness-Tracker den besten Überblick über deinen Alltag verschafft und dich so am effektivsten bei deinem Vorhaben unterstützt. Wenn du dich erstmal analog an das Thema herantasten möchtest, findest du bei uns eine Vorlage zum Ernährungstagebuch zum Herunterladen.

Wie unterscheiden sich die Ernährungs-Apps?

Obwohl das Herzstück fast jeder Anwendung das Essen-Tracken per App ist, gibt es bei der Umsetzung und den Schwerpunkten deutliche Unterschiede. Die Apps lassen sich grob in drei funktionale Kategorien einteilen:

  • Der analytische Datentyp: Diese Anwendungen konzentrieren sich auf maximale Präzision. Sie bieten detaillierte Einblicke in Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralien) und nutzen oft wissenschaftlich geprüfte Datenbanken. Sie eignen sich besonders für Personen mit spezifischen gesundheitlichen Zielen oder Leistungssportler.
  • Der intuitive Alltagsbegleiter: Hier liegt der Fokus auf Zeitersparnis und Nutzererfahrung. Funktionen wie die KI-gestützte Foto-Erkennung von Mahlzeiten oder ein schneller Barcode-Scanner stehen im Vordergrund. Diese Apps sind ideal für Menschen, die das Tracking mit minimalem Aufwand in einen stressigen Alltag integrieren wollen.
  • Der ganzheitliche Coach: Diese Programme gehen über das reine Zählen hinaus. Sie integrieren Verhaltenspsychologie, bieten Motivations-Tools, Rezepte oder Funktionen für Intervallfasten. Oft ist hier eine soziale Komponente (Community) enthalten, um den Austausch mit Gleichgesinnten zu ermöglichen.

Ein Beispiel zum Kalorientracken per App

Eine bekannte Anwendung zum Mahlzeiten-Tracken ist Yazio. Die App erlaubt dir, deinen Kalorienverbrauch zu tracken, indem du deine Mahlzeiten erfasst. Zu den grundlegenden Funktionen von Yazio gehören das Scannen und Dokumentieren von Lebensmitteln, die Anzeige von Kalorien- und Nährwertinformationen sowie die Möglichkeit, deine individuellen Ziele zu hinterlegen.

Wie bei anderen Apps zum Ernährung-Tracken gilt auch bei Yazio, dass die App ein Baustein auf deinem Weg zu Mehr Wohlbefinden und Gesundheit sein kann, um dir eine erste Orientierung zu geben. Sprich bei medizinischen Problemen unbedingt zuerst mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Wissenswertes rund um das Abnehmen mit Kalorienzählen

Was sind Kalorien überhaupt?

Rein physikalisch betrachtet ist eine Kalorie eine Maßeinheit für Energie. Genauer gesagt beschreibt sie die Wärmemenge, die benötigt wird, um ein Gramm Wasser um ein Grad Celsius zu erwärmen.

In Bezug auf unsere Ernährung nutzen wir meist die Bezeichnung Kilokalorie (kcal). Sie gibt an, wie viel Energie uns ein Lebensmittel liefert. Unser Körper benötigt diese Energie ständig – nicht nur für Sport oder Bewegung, sondern auch für lebensnotwendige Prozesse wie das Atmen, den Herzschlag und die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur. 

Wie viele Kalorien sollte man am Tag essen?

Dein Kalorienbedarf (auch Energieumsatz) besteht aus deinem Grundumsatz (Energie, die dein Körper in Ruhe braucht) und deinem Leistungsumsatz (Energie, die du bei Aktivitäten benötigst). Eine Kalorien-App unterstützt dich dabei, deinen Kalorienbedarf herauszufinden. 

Wie viele Kalorien sollte man essen, um abzunehmen?

Um Abzunehmen, wird oft ein Kaloriendefizit von 500 Kilokalorien pro Tag empfohlen, was bei Frauen beispielhaft eine Aufnahme von ungefähr 1.200 bis 1.500 Kalorien pro Tag und bei Männern eine Aufnahme von ungefähr 1.500 bis 1.800 Kalorien bedeuten kann12. Hierbei handelt es sich um Referenzwerte, die sich je nach deiner individuellen Situation unterscheiden können, weswegen sie nur als grobe Orientierung dienen können. Rund um das Thema „Ernährung anders denken“ wirst du in unserer Broschüre zum Herunterladen fündig.

Wie berechne ich meinen Kalorienbedarf?

Um deinen Kalorienbedarf zu berechnen, nutzen digitale Ernährungstagebüchern eine Kombination unterschiedlicher Algorithmen: den Mifflin-St. Jeor-Algorithmus3 beispielsweise, um deinen Gesamt- und Grundumsatz zu berechnen. Dabei fließen Faktoren wie Alter, Gewicht, Größe, Geschlecht und Aktivitätsniveau ein. Allerdings hat die Genauigkeit auch Grenzen. So kann die Formel keine Unterschiede in der Körperzusammensetzung berücksichtigen. So werden zum Beispiel Muskelmasse und Fettgewebe nicht einbezogen.

Auch deine individuelle Stoffwechselrate wird nicht einbezogen. Schließlich gibt es Menschen, die im Ruhezustand mehr und solche, die weniger verbrennen. Auch bei sehr hohem oder sehr niedrigem BMI kann die Aussagekraft der Ergebnisse abnehmen.

Eine weitere Grundlage für die Bestimmung des Grundumsatzes bietet die Harris-Benedict-Formel4. Diese setzt Masse, Größe und Alter in Relation. Ursprünglich 1918 veröffentlicht, folgt 1984 die Überarbeitung mit weiteren Faktoren5. Die Katch-McArdle-Formel6 kann ebenfalls zum Einsatz kommen, wobei der Ruheenergieverbrauch bestimmt wird.

Für die Berechnung des Gesamtumsatzes wird der ermittelte Grundumsatz mit dem PAL-Faktor multipliziert. Der „Physical Activity Level“ wurde in den 80er-Jahren standardisiert7. Du willst dich weiter informieren? Bei uns findest du mehr zum Thema Grundumsatz heraus.

Was ist der Unterschied zwischen Kalorienbedarf und Grundumsatz?

Der Grundumsatz bezeichnet die Energie, die dein Körper für seine Basisfunktionen braucht. Der Kalorienbedarf oder Gesamtumsatz hingegen umfasst sowohl den Grundumsatz als auch den Leistungsumsatz.

Abnehmen mit Kalorienzählen als Teil eines ganzheitlichen Ansatzes

Digitale Kalorienrechner und -zähler können ein unter-stützendes Element auf dem Weg zu mehr Gesundheitsbewusstsein sein. Entscheidend bleibt ein ganzheitlicher Ansatz, der Ernährung, Bewegung, psychisches Wohlbefinden und bei Bedarf ärztliche Begleitung miteinander verbindet. Nachhaltige Veränderungen entstehen nicht durch einzelne Tools, sondern durch langfristig passende Routinen. Finde bei uns heraus, wie eine Ernährungstherapie dich dabei unterstützen kann.



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Quellen
  1. Seo, M. H., Lee, W., Kim, S. S., Kang, J., Kang, J., Kim, K. K., Kim, B., Kim, Y., Kim, W., Kim, E. M., Kim, H. S., Shin, Y., Shin, H., Lee, K. R., Lee, K. Y., Lee, S. Y., Lee, S., Lee, J. H., Lee, C. B., . . . Obesity, K. S. F. T. S. O. (2019). 2018 Korean Society for the Study of Obesity Guideline for the Management of Obesity in Korea. Journal of Obesity & Metabolic Syndrome, 28(1), 40–45. https://doi.org/10.7570/jomes.2019.28.1.40
  2. Kim, J. Y. (2020). Optimal Diet Strategies for weight loss and weight loss maintenance. Journal of Obesity & Metabolic Syndrome, 30(1), 20–31. https://doi.org/10.7570/jomes20065
  3. Mifflin, M., St Jeor, S., Hill, L., Scott, B., Daugherty, S., & Koh, Y. (1990). A new predictive equation for resting energy expenditure in healthy individuals. American Journal of Clinical Nutrition, 51(2), 241–247. https://doi.org/10.1093/ajcn/51.2.241
  4. Harris, J. A., & Benedict, F. G. (1918). A biometric study of human basal metabolism. Proceedings of the National Academy of Sciences, 4(12), 370–373. https://doi.org/10.1073/pnas.4.12.370
  5. Roza, A. M., & Shizgal, H. M. (1984). The Harris Benedict equation reevaluated: resting energy requirements and the body cell mass. American Journal of Clinical Nutrition, 40(1), 168–182. https://doi.org/10.1093/ajcn/40.1.168
  6. Lehmanns Media GmbH. (n.d.). Essentials of Exercise Physiology von William D. McArdle | ISBN 978-1-4963-0909-9 | Fachbuch online kaufen - Lehmanns.de. https://www.lehmanns.de/shop/medizin-pharmazie/32348608-9781496309099-essentials-of-exercise-physiology
  7. Human energy requirements. (n.d.). Google Books. https://books.google.de/books?id=8WW7LP5h6usC&lpg=PR7&ots=8JkBe4XNw2&dq=Human%20Energy%20Requirements.%20Technical%20Report%20Series%20724%2C%20Geneva%201985&lr&hl=de&pg=PR7#v=onepage&q=Human%20Energy%20Requirements.%20Technical%20Report%20Series%20724%2C%20Geneva%201985&f=false

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