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Abnehmen, ohne zu verzichten

Abnehmen ohne zu verzichten klingt unmöglich, ist es aber nicht. Statt Hunger und Verzicht führen kleine, clevere Veränderungen im Alltag zu dauerhaftem Erfolg. Wie du mit Genuss ein gesundes Kaloriendefizit erreichst, zeigen wir dir in diesem Artikel.

Bunte Bowl mit Vollkornreis, Avocado, Süßkartoffel und frischem Gemüse – gesund essen und abnehmen ohne zu verzichten


Frische, bunte Bowl mit Avocado, Süßkartoffeln und Gemüse – ein leckeres Beispiel dafür, wie Abnehmen ohne zu verzichten funktionieren kann.

Kann man abnehmen ohne Verzicht?

Generell ja, du kannst ohne Verzicht abnehmen. Im Detail müssen wir uns allerdings anschauen, was ohne Verzicht genau bedeutet. Es soll hierbei nicht „ohne Regeln“ meinen, sondern stattdessen ein Abnehmen ohne starre Verbote und Crash-Diäten, die den Jo-Jo-Effekt begünstigen. Wir wollen uns stattdessen auf sinnvoll reduzierte Portionsgrößen konzentrieren und besonders kalorienreiche Zutaten in Lieblingsgerichten klug ersetzen.

Wie kann ich abnehmen, ohne auf etwas zu verzichten?

Wenn wir das Ganze aus dem Blickwinkel einer Ernährungsumstellung betrachten, nimmst du am besten ab, wenn du deine Essgewohnheiten anpasst. Wie gesagt, wollen wir dabei auf keinen Fall unser Lieblingsessen aus dem Speiseplan streichen. Der Verzicht sorgt nur für Stress und (mehr) Übergewicht1. Unser Ziel ist stattdessen ein Kaloriendefizit ohne Hunger. Konkret bedeutet das, dass wir Sattmacher statt Verbote in unsere Ernährung aufnehmen. Lebensmittel also, die pro Kalorie besonders hohe Sättigung mitbringen. Dazu gehören Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte2, verschiedenes Gemüse und proteinreiches wie Nüsse3. Letztere bringen gesunde Fette mit, die lange sättigen und den Körper mit wertvollen Fettsäuren versorgen. Für ein längeres Sättigungsgefühl ist eine ausgewogene Zusammenstellung entscheidend.

Abnehmen, ohne Kalorien zu zählen

Abgesehen von der Lebensmittelauswahl kann vor allem das bewusstere Essen entscheidend sein. Abnehmen, ohne kcal zu zählen, beinhaltet deswegen auch das Konzept der intuitiven Ernährung. Hierbei geht’s darum, dass du aktiv auf die Signale deines Körpers hörst. Iss langsamer und lass den Genuss von gutem Essen wieder zu. Du brauchst dann keine lange Liste von verbotenen Lebensmitteln mehr, sondern findest heraus, wie viel du von richtig leckerem Essen wirklich brauchst.

Wichtig ist hierbei, dass du den Änderungen in deinem Alltag Zeit lässt und sie mit realistischen Erwartungen betrachtest. Setze dir moderate Ziele und denke langfristig. Dieses behutsame Vorgehen statt strikter Tabus hilft dir auf dem Weg zu mehr Wohlbefinden.

Nimmt man ab, wenn man auf Zucker verzichtet?

Ja, generell führt auf Zucker zu verzichten zum Abnehmen. Schließlich liefert Zucker „leere Kalorien“. Hierbei handelt es sich um die umgangssprachliche Bezeichnung für Lebensmittel, die zwar viel Energie besitzen, jedoch gleichzeitig wenige Nährstoffe enthalten4. Untersuchungen zeigen, dass Abnehmen durch auf Zucker verzichten auch in der Praxis wirksam ist5 beachte allerdings, dass es noch vergleichsweise wenige Untersuchungen auf diesem Gebiet gibt. Ein großer Pluspunkt: beim Reduzieren von Zucker sinkt auch der Heißhunger. Denn zuckerreiche Lebensmittel sorgen häufig für Blutzuckerspitzen. Sobald sich der Blutzuckerspiegel einige Tage nach der zuckerfreien Ernährung stabilisiert hat, nehmen Heißhungerattacken ab6.

Helfen Zuckeralternativen beim Abnehmen?

Zuckeralternativen können hierbei entscheidende Unterstützung liefern. Insbesondere bei Getränken sind „light“ oder „zero“ Varianten im Vergleich zu den zuckerhaltigen zu bevorzugen. Viele Vorurteile gegen Zuckerersatz lassen sich aus der aktuellen Studienlage noch nicht eindeutig widerlegen oder bestätigen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann anhand der aktuellen Studienlage keine eindeutige Aussage vornehmen und bemängelt die aktuell unzureichende Studienlage7. So zeigt die Auswertung einer Mehrheit der bisher vorliegenden Studienergebnisse beispielsweise keine relevanten Auswirkungen von Süßstoffen auf den Blutzuckerspiegel oder die Insulinausschüttung,8 sodass auch kein Hinweis auf eine dadurch ausgelöste Insulinresistenz besteht.

Überhaupt erweisen sich süßstoffhaltige Getränke auch aus wissenschaftlicher Sicht als zum Abnehmen geeignet9 10. Das heißt übrigens nicht, dass es uneingeschränkt „gesunde Süßungsmittel“ sind. Sich generell ausgewogenere, nährstoffreiche Alternativen zu Snacks und Softdrinks zu suchen, ist immer besser.

Wichtig
: Menschen mit Phenylketonurie (PKU) dürfen kein Aspartam zu sich nehmen11. Beim Abbau entsteht die Aminosäure Phenylalanin, die sie nicht richtig verarbeiten können. Sie sammelt sich im Körper an und kann das Gehirn schädigen. Aspartam steckt zum Beispiel in vielen Light-Getränken, Kaugummis oder kalorienreduzierten Lebensmitteln.

Kann der Verzicht auf Süßigkeiten beim Abnehmen helfen?

Ja, Abnehmen geht auch ohne Verzicht auf Süßigkeiten. Denn wer Zucker weglässt, vermeidet starke Blutzuckerspitzen und eine erhöhte Insulinausschüttung. Genau das macht den Verzicht so wirksam. Allerdings legen wir dir ans Herz, Süßigkeiten nicht komplett aus deinem Leben zu verbannen. Schließlich haben wir gesagt, dass wir uns keine starren Verbote auferlegen wollen. Als Alternative kannst du die süßen Snacks (in Maßen) fest in deine Ernährung einplanen und beispielsweise eine kleine Portion nach einer ausgewogenen Mahlzeit essen, da der Blutzucker- und Insulinanstieg in diesem Zusammenhang meist geringer ausfällt als beim Verzehr auf nüchternen Magen12. Damit verhinderst du „Alles-oder-nichts“ Rückfälle

Statt zu verzichten, kannst du dir außerdem gesunde Alternativen heraussuchen. Obst und Joghurt sind tolle süße Alternativen, die gleichzeitig sättigen. Mit diesen gesünderen Optionen vermeidest du Abnehmfehler gezielt.

Welche Süßigkeiten kann man essen, wenn man abnimmt?

Manchmal braucht es keine komplette Zuckerabstinenz. Schon clevere Alternativen können den Süßhunger stillen und gleichzeitig Kalorien sparen. Besonders gut eignen sich Lebensmittel, die leicht zu portionieren sind und trotzdem Genuss bieten:

  • Zartbitterschokolade: intensiver Geschmack, sodass oft schon kleine Mengen reichen.
  • Bonbons: gut portionierbar, verhindern, dass gleich große Mengen gegessen werden.
  • Zuckerfreie oder -reduzierte Götterspeise: sehr wenige Kalorien bei viel Volumen.
  • Wassereis: erfrischend und deutlich kalorienärmer als Milcheis.

Du kannst abnehmen, ohne zu verzichten!

Statt starre Diäten zu verfolgen, setzt du auf bewusstes Essen, clevere Lebensmittelauswahl und den achtsamen Umgang mit Portionsgrößen. So erreichst du Schritt für Schritt dein Ziel, ohne ständig das Gefühl zu haben, auf etwas verzichten zu müssen. Besonders hilfreich ist es, deinen Grundumsatz zu kennen. Denn nur wenn du weißt, wie viele Kalorien dein Körper in Ruhe verbraucht, kannst du realistisch einschätzen, welches Kaloriendefizit gesund und langfristig umsetzbar ist. Mit diesem Wissen und einer Portion schaffst du das Abnehmen, ohne auf Essen zu verzichten und ganz ohne den Stress strenger Verbote.

Ina

Mein Name ist Christine

Rund um das Thema Übergewicht und Abnehmen kursieren unzählige Informationen – einiges davon ist richtig, vieles aber auch unvollständig oder schlichtweg falsch. Deshalb ist es mir ein Anliegen, aufzuklären und fundiertes Wissen zu vermitteln.



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Quellen
  1. Yale School of Public Health (2020). Sugar and Public Health: A Historical Perspective. Yale Student Public Health Theses. Online verfügbar unter: https://elischolar.library.yale.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=2336&context=ysphtdl (Abruf: 14.08.2025).
  2. Brown, A. W., et al. (2016). Belief beyond evidence: using the proposed effect of breakfast on obesity to show 2 practices that distort scientific evidence. The American Journal of Clinical Nutrition. Online verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4939539/ (Abruf: 14.08.2025).
  3. Harvard Health Publishing (o. D.). Eating nuts: a strategy for weight control. Harvard Medical School. Online verfügbar unter: https://www.health.harvard.edu/staying-healthy/eating-nuts-a-strategy-for-weight-control (Abruf: 14.08.2025).
  4. Verbraucherzentrale Bayern (o. D.). Was sind eigentlich „leere Kalorien“? Verbraucherzentrale Bayern. Online verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.bayern/faq/haetten-sies-gewusst/was-sind-eigentlich-leere-kalorien-9713 (Abruf: 14.08.2025).
  5. Prentice, A. M., & Jebb, S. A. (2003). Fast foods, energy density and obesity: a possible mechanistic link. Obesity Reviews. Online verfügbar unter: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1046/j.1467-789X.2003.00102.x (Abruf: 14.08.2025).
  6. Barmer (o. D.). Zuckerfrei ernähren: Wie geht das eigentlich? Barmer Gesundheit. Online verfügbar unter: https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/leben/ernaehrung/zuckerfrei-ernaehren-1071660 (Abruf: 14.08.2025).
  7. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) (2019). Süßungsmittel: Mehrheit der Studien bestätigt keine Gesundheitsbeeinträchtigung – allerdings ist die Studienlage unzureichend. BfR. Online verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/cm/343/suessungsmittel-mehrheit-der-studien-bestaetigt-keine-gesundheitsbeeintraechtigung-allerdings-ist-die-studienlage-unzureichend.pdf (Abruf: 14.08.2025).
  8. Lustig, R. H. (2019). Ultraprocessed food: Addictive, toxic, and ready for regulation. Nutrition Reviews. Online verfügbar unter: https://academic.oup.com/nutritionreviews/article-abstract/78/9/725/5739345 (Abruf: 14.08.2025).
  9. Zinöcker, M. K., & Lindseth, I. A. (2022). Ultra-Processed Foods and Cardiometabolic Health: A Critical Review. JAMA Network Open. Online verfügbar unter: https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2790045 (Abruf: 14.08.2025).
  10. Monteiro, C. A., et al. (2021). Ultra-processed foods: what they are and how to identify them. International Journal of Obesity. Online verfügbar unter: https://www.nature.com/articles/s41366-021-00863-w (Abruf: 14.08.2025).
  11. Universitätsklinikum Düsseldorf (o. D.). Phenylketonurie. Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie. Online verfügbar unter: https://www.uniklinik-duesseldorf.de/.../phenylketonurie (Abruf: 14.08.2025).
  12. Hall, K. D., & Guo, J. (2016). Obesity energetics: Body weight regulation and the effects of diet composition. Journal of Clinical Investigation. Online verfügbar unter: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4876745/ (Abruf: 14.08.2025).


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