Lena lebt seit vielen Jahren mit Adipositas. Sie hat immer wieder versucht, durch Sport abzunehmen — mit Erfolg. Doch auf die Gewichtsabnahmen folgten wiederholt Gewichtsschwankungen und der typische Jojo-Effekt. Als zusätzlich psychische Belastungen hinzukamen, verstärkte sich der Kreislauf: Lena aß, um sich zu trösten, nahm dadurch wieder zu und fühlte sich in der Folge noch schlechter. „Ich hatte oft das Gefühl, ich sei zu viel“, erzählt sie.
„Mit meiner Ärztin offen über meine Gesundheit zu sprechen – das hat mir die Augen geöffnet.“
Für ihre mentale Gesundheit ging Lena schließlich auf Kur. Dort erhielt sie die Diagnose Adipositas. Mit 130 Kilogramm bei einer Körpergröße von 1,69 Metern lag ihr BMI über 40.
Die Diagnose war für Lena ein wichtiger Moment: Zum ersten Mal wurde ihr Gewicht als chronische Erkrankung eingeordnet – und nicht nur als vermeintlich fehlende Disziplin. Denn Unterstützung hatte sie zuvor häufig vermisst. Sie fühlte sich nicht ernst genommen und ärztlich nicht ausreichend betreut. Statt einer ganzheitlichen Behandlung bekam sie immer wieder nur zu hören: „Du musst einfach nur abnehmen.“
Heute ist Lena in ärztlicher Behandlung. Sie hat 15 Kilogramm abgenommen und versucht, ihr persönliches Gleichgewicht zu finden. Dafür hat sie ihre Ernährung umgestellt und Physiotherapie begonnen. Ihr Weg ist noch nicht abgeschlossen — und genau das möchte sie sichtbar machen.
„Ich dachte lange Zeit, ich sei selbst schuld. Die Erkenntnis, dass es sich um eine Erkrankung handelt, die zahlreiche Ursachen haben kann war eine Erleiterung”, so Lena. Gleichzeitig stellt sie aber auch klar: “Diese Einsicht ist aber noch lange nicht in der Gesellschaft angekommen. Dass sich nun Novo mit einer so aufmerksamkeitsstarken für ein so stigmatisierendes Thema einsetzt, macht mir Mut. Ich hoffe, dass sich viele Betroffene bestärkt fühlen, sich auch ärztliche Hilfe zu suchen”.