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Adipositas Grad 1: Wissenswertes auf dem Weg zum Wunschgewicht

Die Diagnose „Adipositas Grad 1“ signalisiert dir ein gesundheitliches Risiko und zeigt, dass du aktiv werden solltest. Wir zeigen dir, welche Möglichkeiten du hast, um deine Gesundheit durch gezielte Maßnahmen nachhaltig zu verbessern.

Adipositas Grad 1 mit therapeutischer Unterstützung angehen.

Die Adipositas Grad 1 kann dich auf den Weg zu mehr Gesundheit bringen.

Was ist Adipositas Grad 1?

Man spricht von Adipositas Grad 1, wenn der BMI (Body-Mass-Index) zwischen 30 und 34,9 liegt– die genaue Einteilung und Abgrenzungen zwischen den unterschiedlichen Adipositasgraden findest du in unserer Übersicht. Wenn Mediziner diese Diagnose stellen, nutzen sie zur genauen Abrechnung das internationale Klassifikationssystem ICD-10.

Kurz dazu: Der ICD (International Classification of Diseases) ist das weltweite System zur einheitlichen Verschlüsselung von Diagnosen. Ein Code wie E66 (für Adipositas)1 ermöglicht Ärzten und Krankenkassen eine internationale, fachübergreifende Abrechnung und Statistik. Die Kombination aus Buchstabe und Zahlen benennt dabei die Hauptkategorie, während Ziffern nach dem Punkt die Diagnose präzisieren (wie z. B. E66.0 für Adipositas durch übermäßige Energiezufuhr)2.

Der BMI-Bereich für Adipositas Grad 1

Adipositas Grad 1 lässt sich anhand der BMI-Werte klar abgrenzen.

Warum ist Adipositas Grad 1 medizinisch relevant?

Der Grund für die hohe medizinische Relevanz liegt vor allem in den schwerwiegenden Begleiterkrankungen (Komorbiditäten), die durch den dauerhaft erhöhten BMI begünstigt werden können3. So kann sich schweres Übergewicht beispielsweise auf das Herz-Kreislauf-System auswirken. Ein steigender Body-Mass-Index geht unter anderem mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck (Hypertonie) einher. Laut der American Heart Association steigen damit das Risiko für Gefäßschädigungen und das allgemeine Herzinfarktrisiko stark an4.

Wie stark das Risiko für weitere Folgeerkrankungen im Alltag steigt, hängt maßgeblich vom Schweregrad ab. Ein dauerhaft erhöhter BMI kann den gesamten Organismus belasten5,6: Das Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Fettleber (MASLD/MASH) kann deutlich erhöht sein.

Zudem kann das Gewicht zu mechanischen Belastungen wie Gelenkverschleiß (Gonarthrose) und Atemaussetzern im Schlaf (Schlafapnoe) führen. Auch Verdauungsbeschwerden wie Reflux, Gallensteine, schmerzhafte Gichtanfälle sowie hormonelle Störungen und langfristig sogar bestimmte Krebserkrankungen können mit der chronischen Erkrankung assoziiert werden.

Wichtig für dich: Dein individuelles Risiko wird stets von Faktoren wie Alter, Geschlecht und möglichen Vorerkrankungen beeinflusst.

Ein Blick auf die Folgen

Die Folgen von Adipositas Grad 1 im Überblick. 


Zudem können sich potenzielle Auswirkungen bei Frauen mit Adipositas Grad 1 zeigen, was unter anderem bei einem bestehenden Kinderwunsch von Bedeutung sein kann. Nach aktuellen medizinischen Behandlungsstandards wird eine Schwangerschaft in diesem Fall als Risikoschwangerschaft eingestuft. Das bedeutet, dass Ärzte ein besonders wachsames Auge auf den Schwangerschaftsverlauf werfen. Denn ein höheres Startgewicht erhöht das Risiko für gesundheitliche Komplikationen, die in der Folge sowohl die werdende Mutter als auch das ungeborene Kind betreffen können. Neben einer erhöhten Sterberate gegen Ende der Schwangerschaft kann das kindliche Gewicht erhöht sein. Letzteres kann zu gewichtsbezogenen Geburtsrisiken beitragen.7

BMI berechnen und wertvolle Tipps erhalten

Metrics Imperial
Metrics / Imperial

Welche Behandlungen gibt es bei Adipositas Grad 1?

Die eine Adipositas-Grad-1-Behandlung gibt es nicht. Infolge der Diagnose sprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt über mögliche Behandlungen. Im ersten Schritt kommt häufig eine Lebensstilanpassung zum Tragen. So geht es neben mehr alltäglicher Bewegung auch um einen Blick auf das Essverhalten. Zudem können bei Adipositas Grad 1 Medikamente eingesetzt werden, während Operationen medizinisch nicht empfohlen werden8.

Hierzu wichtig
: Für die Bezahlung der Behandlung von Adipositas Grad 1 gilt, dass Krankenkassen unterschiedliche Behandlungsangebote nach der Diagnose übernehmen – informiere dich zu den Angeboten bei deinem Krankenversicherer.

Entscheidend ist, dass die Maßnahmen jeweils nicht alleinstehen. Lebensstilanpassungen, Verhaltenstherapien und medikamentöse Behandlungen bieten eine Vielzahl an Möglichkeiten. Aus diesem Maßnahmenkatalog werden in ärztlicher Absprache die Bausteine ausgewählt, die zu deiner individuellen Strategie für mehr Gesundheit und Wohlbefinden passen.

Das ist besonders wichtig, um gesundheitliche Folgeerkrankungen von Adipositas Grad 1 zu minimieren. Gut zu wissen: Solche Folgeerkrankungen – und nicht das Übergewicht an sich – sind im Verlauf auch maßgeblich, falls ein Grad der Behinderung (GdB) ärztlich festgestellt werden soll.9

Adipositas Grad 1: Abnehmen und Gesundheit im Fokus

Die Diagnose Adipositas Grad 1 kann ein Wendepunkt für deine Gesundheit sein. Auch wenn die gesundheitlichen Risiken und möglichen Folgeerkrankungen erst einmal belastend wirken können, zeigt sich deutlich: Schon eine moderate, aber konsequente Gewichtsreduktion kann dein Wohlbefinden signifikant verbessern. Es geht dabei um eine nachhaltige Alltagsstrategie wie gezielte Bewegung, eine Ernährungsumstellung oder auch moderne therapeutische Ansätze. Jeder Schritt in Richtung deines Wunschgewichts kann eine direkte Investition in ein längeres und gesünderes Leben sein. Nutze die professionelle Unterstützung durch Medizinerinnen und Mediziner, um heute den Grundstein für dein Wohlbefinden von morgen zu legen. Schau dir dazu außerdem Infos rund um Adipositas Grad 2 an.

Ina

Mein Name ist Christine

Rund um das Thema Übergewicht und Abnehmen kursieren unzählige Informationen – einiges davon ist richtig, vieles aber auch unvollständig oder schlichtweg falsch. Deshalb ist es mir ein Anliegen, aufzuklären und fundiertes Wissen zu vermitteln.



Weitere Artikel:

Quellen
  1. ICD-10-GM-2026: E66.- Adipositas - icd-code.de. (n.d.). https://www.icd-code.de/icd/code/E66.-.html (Zugriff am 22.05.2026)
  2. Was sind ICD- und OPS-Codes? (o. D.). gesund.bund.de. https://gesund.bund.de/was-sind-icd-und-ops-codes (Zugriff am 22.05.2026)
  3. Aronne, L. J. (2002). Classification of obesity and assessment of Obesity‐Related health risks. Obesity Research, 10(S12), 105S-115S. https://doi.org/10.1038/oby.2002.203 (Zugriff am 22.05.2026)
  4. American Heart Association. (n.d.). Weight and obesity. www.heart.org. https://www.heart.org/en/health-topics/weight-and-obesity (Zugriff am 22.05.2026)
  5. DSpace. (o. D.-b). https://iris.who.int/items/933e09aa-64f9-46e9-8dbb-78d8cddf1a3d (Zugriff am 22.05.2026)
  6. Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V., Adipositaschirurgie Selbsthilfe Deutschland (AcSDev), Adipositas-Hilfe Deutschland, Berufsverband Oecotrophologie (VDOE), Bundesverband deutscher Ernährungsmediziner (BDEM), Chirurgische Arbeitsgemeinschaft Adipositastherapie und metabolische Chirurgie (CAADIP), Deutsche Adipositas Gesellschaft (DAG), Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG), Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), Deutsche Gesellschaft für Essstörungen (DGESS), Deutsche Gesellschaft für psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (DGPM), Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP), Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Deutsches Kollegium für psychosomatische Medizin (DKPM) & Verband der Diätassistenten (VDD). (2024b). Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“. In Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/050-001 (Zugriff am 22.05.2026)
  7. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Arbeitsgemeinschaft Geburtshilfe und Pränatalmedizin (AGG), Schäfer-Graf, U. & Schmidt, M. (2019). S3-Leitlinie Adipositas und Schwangerschaft. In Patientenleitlinie (1. Auflage). https://register.awmf.org/assets/guidelines/015-081p_S3_Adipositas-Schwangerschaft_2020_02.pdf (Zugriff am 22.05.2026)
  8. Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG), Deutsche Diabetes Gesellschaft e.V. (DDG), Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V. (DGEM), Deutsche Gesellschaft für Endoskopie und bildgebende Verfahren e.V. (DGE-BV), Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und und Ärztliche Psychotherapie e.V. (DGPM), Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen e.V, Deutsches Kollegium für Psychosomatische Medizin (DKPM), Verband der Diabetesberatungs- und Schulungsberufe In Deutschland e.V. (VDBD), BerufsVerband Oecotrophologie e.V. (VDOE) & Adipositaschirurgie-Selbsthilfe-Deutschland e.V. (2018). S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen. In Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V. (DAG). https://register.awmf.org/assets/guidelines/088-001l_S3_Chirurgie-Adipositas-metabolische-Erkrankugen_2018-02-abgelaufen.pdf (Zugriff am 22.05.2026)
  9. Hammerich, P. (2026, January 4). Bei Adipositas einen GdB beantragen: In diesen Fällen ist es möglich! Anwalt.org - Finden Sie Den Richtigen Anwalt! https://www.anwalt.org/gdb-adipositas/ 
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