Telemedizin für Menschen mit Adipositas entdecken
Wie Telemedizin Menschen mit Adipositas den Zugang zur Behandlung erleichtern kann
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Die Diagnose Adipositas Grad 3 kann erstmal belastend sein – und gleichzeitig eine echte Chance, die eigene Gesundheit gezielt in den Blick zu nehmen. Wenn das Gewicht den Alltag spürbar belastet, lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Welche Risiken bestehen, welche Beschwerden gibt es, und welche Unterstützung kann wirklich helfen?
In diesem Beitrag beleuchten wir im Detail, ab welchem BMI-Wert man von Adipositas Grad 3 spricht und was die Klassifizierung in der ICD-10 bedeutet. Außerdem zeigen wir, welche medizinischen Behandlungen infrage kommen: von konservativen Ansätzen bis hin zu einer bariatrischen Operation, umgangssprachlich oft „Magenverkleinerung“ genannt.
Die Diagnose Adipositas Grad 3 kann dich auf den Weg zu mehr Gesundheit bringen.
Adipositas Grad 3 liegt bei Erwachsenen ab einem BMI von 40,0 vor1. Für die medizinische Dokumentation wird Adipositas in Deutschland nach der ICD-10-GM codiert. Dort wird Adipositas unter der Kategorie E66.- eingeordnet. Je nach Ursache und BMI-Bereich wird der Code weiter unterteilt. Die Endziffern 6 steht für einen BMI von 40 bis unter 50, 7 für einen BMI von 50 bis unter 60 und 8 für einen BMI ab 60.2
Dazu eine kurze Erklärung: Die Abkürzung ICD steht für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems, also die internationale Klassifikation von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen. Die in Deutschland verwendete Version heißt ICD-10-GM (GM, German Modification). Mit diesem System werden medizinische Diagnosen einheitlich codiert, zum Beispiel für Arztbriefe, Abrechnung und Gesundheitsstatistiken. Die Codes beginnen meist mit einem Buchstaben und zwei Ziffern; weitere Stellen können die Diagnose genauer beschreiben.3
Damit du dich rund um Adipositas Grade weiter informieren kannst, haben wir weitere Informationen in einem Artikel für dich zusammengestellt.
Die BMI-Bereiche von Normalgewicht bis Adipositas Grad 3 lassen sich klar abgrenzen.
Adipositas Grad 2 und Grad 3 unterscheiden sich zunächst anhand des BMI: Während Grad 2 einen BMI-Bereich von 35,0 bis 39,9 abdeckt, beginnt Grad 3 bei einem BMI von 40,0. Bei den möglichen Begleit- und Folgeerkrankungen gibt es zwischen beiden Schweregraden keinen grundsätzlichen Unterschied, viele davon können bei beiden Formen auftreten. Der Unterschied liegt vor allem in der Höhe des Risikos: Je höher der Schweregrad und je länger die Adipositas bereits besteht, desto größer kann die Wahrscheinlichkeit für Begleit- und Folgeerkrankungen sein. Bei Adipositas Grad 3 ist dieses Risiko daher grundsätzlich höher als bei Grad 2.1
Im Folgenden sind mögliche körperliche Folgen nach der Höhe ihres relativen Risikos gruppiert.
Zu beachten ist dabei: Die angegebenen Risikowerte beziehen sich nicht spezifisch auf Grad 2 oder Grad 3, sondern auf Adipositas (BMI ≥ 30) insgesamt. Sie diesen daher vor allem als statistische Einordnung. Wie hoch das Risiko im Einzelfall tatsächlich ist, hängt zusätzlich von weiteren Faktoren ab, zum Beispiel von Alter, Geschlecht, genetischer Veranlagung und bestehenden Vorerkrankungen.
Zu den Quellen: Die hier verwendete Einstufung der Begleit- und Folgeerkrankungen nach relativem Risiko (1- bis 2-fach, 2- bis 3-fach, mehr als 3-fach) stammt ursprünglich aus dem WHO-Bericht von 20001 und wurde von der S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas"4 aufgegriffen. Auch die BMI-Einteilung sowie die Versorgungsperspektive orientieren sich an dieser Leitlinie.
Ein Tipp zum Weiterlesen: Für einen besseren Vergleich kannst du dir unsere Artikel zu Adipositas Grad 1 und Adipositas Grad 2 anschauen.
Die folgende Grafik zeigt mögliche körperliche Veränderungen sowie ein erhöhtes Risiko für bestimmte Begleiterkrankungen bei Adipositas Grad 3 – sie stellt keine zwangsläufig eintretenden Folgen dar.
Adipositas Grad 3 kann mit einem erhöhten Risiko für vielfältige gesundheitliche Folgen einhergehen.
Adipositas Grad 3 kann bei Frauen auch für Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt eine Rolle spielen. Nach aktuellen medizinischen Behandlungsstandards gilt eine Schwangerschaft bei Adipositas Grad 3 als Risikoschwangerschaft und sollte engmaschig begleitet werden. Denn ein hoher BMI zu Beginn der Schwangerschaft kann das Risiko für Komplikationen, wie Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck, Präeklampsie oder Frühgeburt erhöhen. Auch das Risiko für ein sehr großes Kind, medizinisch Large for Gestational Age oder Makrosomie genannt, ist erhöht. Das kann den Geburtsverlauf beeinflussen.5
Bei Adipositas Grad 3 zielt die Behandlung darauf ab, dein Gewicht zu reduzieren, gesundheitliche Risiken zu senken und Beschwerden im Alltag zu verbessern. Hierfür stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, die individuell kombiniert und professionell begleitet werden sollten. Bewegung ist ein wichtiger Baustein, sollte aber zu deiner Belastbarkeit und möglichen Begleiterkrankungen passen. Sinnvoll können zum Beispiel gelenkschonende Aktivitäten, kurze Bewegungseinheiten im Alltag oder ein angeleitetes Bewegungsprogramm sein. Auch beim Thema Ernährung kann eine professionelle Ernährungsberatung unterstützen. Ein individueller Ernährungsplan kann helfen, Essgewohnheiten Schritt für Schritt und langfristig zu verändern. Je nach Ausgangssituation kommen außerdem weitere medizinische Optionen in Frage, etwa Verhaltenstherapie, Medikamente zur Gewichtsreduktion oder eine bariatrische Operation4,6. Wenn du Unterstützung suchst, kann eine spezialisierte ärztliche Beratung oder eine qualifizierte Ernährungsberatung ein guter nächster Schritt sein.
Bei Adipositas Grad 3 können bestimmte Behandlungen von deiner Krankenkasse übernommen werden. Welche Kosten erstattet werden, hängt von der jeweiligen Maßnahme, der medizinischen Begründung und den Voraussetzungen für die Kostenübernahme ab.7 Sinnvoll ist, das Vorgehen gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu besprechen. Je nach Behandlung können ein Antrag bei der Krankenkasse, ein Behandlungsplan und eine ärztliche Bescheinigung erforderlich sein.
Bei Adipositas Grad 3 ergibt sich ein GdB (Grad der Behinderung) nicht automatisch. Entscheidend für die Feststellung eines GdB ist vielmehr, welche gesundheitlichen Folgen bestehen und wie stark sie den Alltag beeinträchtigen. Ein GdB kann zum Beispiel infrage kommen, wenn Folge- oder Begleiterkrankungen wie Gelenkschäden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes zu relevanten Einschränkungen führen.8
Bei Adipositas Grad 3 kann eine Gewichtsabnahme gesundheitliche Risiken senken, Beschwerden lindern und dein allgemeines Wohlbefinden verbessern. Dabei kommt es nicht auf Perfektion oder radikale Veränderungen über Nacht an, sondern auf machbare Schritte, die zu deinem Alltag und deiner gesundheitlichen Situation passen. Dazu kann mehr Bewegung im Alltag, eine ausgewogenere Ernährung und professionelle Unterstützung gehören. Setze dir erreichbare Ziele und nimm auch kleine Fortschritte bewusst als Erfolg wahr. Du musst diesen Weg nicht allein gehen: Ärztliche Beratung, Ernährungsberatung und weitere therapeutische Unterstützung können dir helfen, deinen Weg zu finden.