Über die Thrombose kann dadurch ein Zusammenhang zwischen einer Lungenembolie und Übergewicht entstehen. Aus einer dänischen Studie geht hervor, dass zwischen Übergewicht und Thrombose eine sogenannte monotone Dosis-Wirkungs-Beziehung besteht. Das bedeutet einfach gesagt: Je höher die Messwerte für Körpergewicht, BMI und Körperfett waren, desto höher stieg auch das Risiko für eine Venenthrombose an. Unterschiede zeigen sich in der Untersuchung bei der Fettverteilung. Während bei Männern ein erhöhtes Risiko bei erhöhtem Taillenumfang besteht, gilt dies bei Frauen für den Hüftumfang.4
Man geht davon aus, dass Adipositas ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren auslösen kann. Zum einen kann das Fettgewebe Botenstoffe (Adipozytokine) freisetzen, die Entzündungsprozesse fördern und das Blut etwas „dickflüssiger“ machen können. Zum anderen kann es zu einem Ungleichgewicht im Gerinnungssystem kommen: Während pro-thrombotische Faktoren wie Fibrinogen vermehrt auftreten können, wird der natürliche Abbau von Gerinnseln unter Umständen gehemmt. Auch eine veränderte Gefäßgesundheit oder ein gestörter Zuckerstoffwechsel können hierbei begünstigend wirken. Dadurch können unter anderem Beinvenenthrombosen bei Übergewicht in der Entstehung begünstigt werden. Es ist also eine Kombination aus biologischen Signalen und Stoffwechselveränderungen, die in der Summe das sensible Gleichgewicht der Blutgerinnung beeinflussen kann.5,6,7