Der Begriff Pickwick-Syndrom geht auf den 1836 erschienenen Roman „The Posthumous Papers of the Pickwick Club“ von Charles Dickens zurück. Darin wird ein stark übergewichtiger junger Mann beschrieben, der unter einer ausgeprägten Tagesmüdigkeit leidet. Daraus leitet sich schließlich die Bezeichnung als Pickwick-Syndrom ab.1 Fachlich korrekt ist die Bezeichnung Adipositas-, Obesitas- oder Obesity-Hypoventilationssyndrom, kurz OHS. Gemeint ist ein Zustand, bei dem starkes Übergewicht zu einer immer wiederkehrenden zu flachen oder zu langsamen Atmung führt, sodass sich zu viel Kohlendioxid im Blut ansammelt (sog. Hyperkapnie).2
Für die Diagnose müssen drei Bedingungen zusammenkommen: ein Body-Mass-Index von mindestens 30 kg/m2, eine dauerhaft erhöhte Kohlendioxidkonzentration im Blut am Tag, gemessen über eine Blutgasanalyse, sowie eine schlafbezogene Atmungsstörung. Zudem müssen Ärzte vorher ausschließen, dass andere Erkrankungen hinter der Atemstörung stecken, wie etwa eine schwere Lungenerkrankung, Muskelschwund oder Verformungen des Brustkorbs.2 Die deutschen Leitlinien betonen, dass die Tages-Blutgasanalyse zwingend erforderlich ist und eine Schlafuntersuchung allein für die Diagnose nicht ausreicht.3,4