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Übergewicht und Krebs: Was die Forschung über den Zusammenhang weiß

Dass Übergewicht Herz und Gelenke belasten kann, ist vielen bewusst. Weniger bekannt ist, dass auch ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs besteht. Die gute Nachricht vorweg: Ein erhöhtes Risiko bedeutet nicht, dass du zwangsläufig erkrankst, und du kannst an einigen Stellen selbst Einfluss nehmen.

In diesem Artikel erfährst du, ob und wie stark Übergewicht das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen kann, welche Krebsarten besonders betroffen sind, warum ausgerechnet das Fettgewebe eine Rolle spielt und ob eine Gewichtsreduktion das Risiko senken kann. Dabei ordnen wir die Studienlage bewusst vorsichtig ein.

Das Krebs-Ribbon auf einem weißen Tisch mit Notizzetteln und Spritzen als Symbolbild für den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs.

Übergewicht kann das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen.

Kann Übergewicht das Krebsrisiko erhöhen?

Ja, nach heutigem Kenntnisstand können Übergewicht und Adipositas das Risiko für bestimmte Krebsarten erhöhen. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation hat mehr als tausend Studien ausgewertet und den Zusammenhang zwischen übermäßigem Körperfett und dreizehn Krebsarten als hinreichend belegt eingestuft.1 Wie relevant das ist, zeigen Schätzungen zur Krankheitslast: Ein Teil der Fälle bestimmter Krebserkrankungen, etwa des Gebärmutterschleimhautkrebses oder des Adenokarzinoms der Speiseröhre, lässt sich statistisch auf Übergewicht zurückführen.2

Wichtig zur Einordnung: Ein erhöhtes Risiko bedeutet eine höhere Wahrscheinlichkeit, aber keine Gewissheit. Viele Menschen mit Übergewicht erkranken nie an Krebs, und Krebs entsteht immer aus einem Zusammenspiel vieler Faktoren wie Alter, Genetik und zufälligen Veränderungen im Erbgut. Welche weiteren gesundheitlichen Auswirkungen und Folgeerkrankungen mit Adipositas einhergehen können, zeigt dir unsere Übersicht zu den Folgen von Adipositas.

Welche Krebsarten werden durch Adipositas begünstigt?

Übergewicht und Krebsarten als Überblicksgrafik.

Im Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs können unterschiedliche Krebsarten möglich sein.

Die dreizehn von der IARC identifizierten Krebsarten, deren Risiko mit übermäßigem Körperfett steigen kann, sind:1

  • Darmkrebs (kolorektales Karzinom)
  • Speiseröhrenkrebs (Adenokarzinom)
  • Nierenkrebs
  • Gebärmutterkörperkrebs (Endometriumkarzinom)
  • Brustkrebs nach den Wechseljahren
  • Leberkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Gallenblasenkrebs
  • Eierstockkrebs
  • Krebs des Mageneingangs
  • Schilddrüsenkrebs
  • Multiples Myelom
  • Meningeom (Tumor der Hirnhäute)

Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums fasst diese Bewertung verständlich zusammen.3 Auch der World Cancer Research Fund kommt zu dem Ergebnis, dass übermäßiges Körperfett das Risiko für einen Teil dieser Krebsarten erhöht. Je nach Krebsart bewertet er die Evidenz als „überzeugend“ oder „wahrscheinlich“.4

Warum erhöht Fettgewebe das Krebsrisiko?

Fettgewebe ist kein passiver Energiespeicher, sondern ein aktives Organ, das in den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt eingreift. Als zentrale Mechanismen gelten ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel und insulinähnliche Wachstumsfaktoren (IGF-1), eine vermehrte Bildung von Östrogen im Fettgewebe, eine chronische niedriggradige Entzündung sowie ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe des Fettgewebes.5 Diese Wege können das Wachstum von Zellen fördern und so die Krebsentstehung begünstigen.6

Erhöhte Insulinspiegel können mit erklären, warum Übergewicht, Diabetes und Krebsrisiko zusammenhängen. Mehr dazu findest du in unseren Artikeln zum Zusammenhang zwischen Übergewicht und Diabetes  und zum metabolischen Syndrom.

Ist Bauchfett besonders kritisch?

Es gibt Hinweise, dass auch die Fettverteilung eine Rolle spielt. In einer prospektiven Kohortenstudie war zentrales Bauchfett, gemessen am Taillenumfang, ein stärkerer Vorhersagefaktor für das Gesamtkrebsrisiko als der BMI: Der Taillenumfang blieb auch nach Berücksichtigung des BMI mit dem Risiko verbunden, während der BMI-Zusammenhang bei gegenseitiger Berücksichtigung deutlich schwächer wurde.7 Das passt dazu, dass gerade das viszerale Bauchfett stoffwechselaktiv sein kann. Größere Übersichtsarbeiten zeichnen allerdings ein uneinheitlicheres Bild und finden teils keinen klaren Vorteil des Taillenumfangs gegenüber dem BMI.8

Wenn du dein Taille-zu-Größe-Verhältnis einordnen möchtest, kannst du es mit unserem WHtR-Rechner in wenigen Sekunden bestimmen.

Senkt Abnehmen das Krebsrisiko?

Die Datenlage deutet darauf hin, dass das Abnehmen das Risiko für bestimmte Krebsarten senken kann, auch wenn sich Ursache und Wirkung anhand von Beobachtungsstudien nicht eindeutig belegen lassen. Bei postmenopausalen Frauen war eine Gewichtsabnahme von mindestens fünf Prozent mit einem niedrigeren Brustkrebsrisiko verbunden.9 In einer großen Studie war eine bariatrische Operation mit einem deutlich niedrigeren Risiko für adipositasassoziierte Krebserkrankungen und einer niedrigeren Krebssterblichkeit verbunden.10

Wichtig zur Einordnung: Diese Ergebnisse legen einen Zusammenhang nahe, beweisen aber keine strikte Ursache-Wirkungs-Beziehung. Schon eine moderate, dauerhaft gehaltene Gewichtsabnahme und das Vermeiden weiterer Zunahme können sich lohnen. Wenn du nach Motivation suchst, findest du sie in unserem Beitrag zu den guten Gründen fürs Abnehmen.

Übergewicht und Krebs: informiert und ohne Angst

Es besteht ein Zusammenhang zwischen Übergewicht und Krebs. Aber zu sagen, Übergewicht erhöhe definitiv das Krebsrisiko, blendet die vielen weiteren Faktoren aus. Statt Angst ist ein informierter, ruhiger Umgang hilfreich, wobei dich unser Überblick zum Adipositas-Grad unterstützen kann.

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Mein Name ist Kathrin

Seit ich klein bin, gibt es wichtige Familienmitglieder in meinem direkten Umfeld, die mit ihrem Übergewicht, Vorurteilen und Stigmata zu kämpfen haben. Es ist mir eine große Herzensangelegenheit, Menschen mit Adipositas zu helfen und über die chronische Erkrankung aufzuklären. Niemand sollte mit diesem Thema alleine sein, sondern die nötige Unterstützung und Hilfe finden.



Weitere Artikel:

Quellen:
  1. Lauby-Secretan, B., Scoccianti, C., Loomis, D., Grosse, Y., Bianchini, F., & Straif, K. (2016). Body fatness and cancer: Viewpoint of the IARC Working Group. New England Journal of Medicine, 375(8), 794-798. https://doi.org/10.1056/NEJMsr1606602 (Abgerufen 23. Juli 2026)
  2. Sung, H., Siegel, R. L., Torre, L. A., Pearson-Stuttard, J., Islami, F., Fedewa, S. A., ... Jemal, A. (2019). Global patterns in excess body weight and the associated cancer burden. CA: A Cancer Journal for Clinicians, 69(2), 88-112. https://doi.org/10.3322/caac.21499 (Abgerufen 23. Juli 2026)
  3. Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ). (2016). Adipositas steigert das Risiko für 13 Krebsarten. https://www.krebsinformationsdienst.de/aktuelles/detail/adipositas-steigert-das-risiko-fuer-13-krebsarten (Abgerufen 23. Juli 2026)
  4. Be a healthy weight | Recommendation evidence. (o. J.). World Cancer Research Fund. Abgerufen 20. August 2026, von https://www.wcrf.org/research-policy/evidence-for-our-recommendations/be-a-healthy-weight/
  5. National Cancer Institute. (2022). Obesity and cancer fact sheet. U.S. National Institutes of Health. https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/obesity/obesity-fact-sheet (Abgerufen 23. Juli 2026)
  6. Renehan, A. G., Zwahlen, M., & Egger, M. (2015). Adiposity and cancer risk: New mechanistic insights from epidemiology. Nature Reviews Cancer, 15(8), 484-498. https://doi.org/10.1038/nrc3967 (Abgerufen 23. Juli 2026)
  7. Barberio, A. M., Alareeki, A., Viner, B., Pader, J., Vena, J. E., Arora, P., Friedenreich, C. M., & Brenner, D. R. (2019). Central body fatness is a stronger predictor of cancer risk than overall body size. Nature Communications, 10, 383. https://doi.org/10.1038/s41467-018-08159-w (Abgerufen 23. Juli 2026)
  8. Watts, E. L., Gonzalez-Feliciano, A., Gunter, M. J., Chatterjee, N., & Moore, S. C. (2026). Adiposity and cancer: Systematic review and meta-analysis. Nature Metabolism, 8(6), 1426–1439. https://doi.org/10.1038/s42255-026-01542-8
  9. Chlebowski, R. T., Luo, J., Anderson, G. L., Barrington, W., Reding, K., Simon, M. S., ... Prentice, R. (2019). Weight loss and breast cancer incidence in postmenopausal women. Cancer, 125(2), 205-212. https://doi.org/10.1002/cncr.31687 (Abgerufen 23. Juli 2026)
  10. Aminian, A., Wilson, R., Al-Kurd, A., Tu, C., Milinovich, A., Kroh, M., ... Nissen, S. E. (2022). Association of bariatric surgery with cancer risk and mortality in adults with obesity. JAMA, 327(24), 2423-2433. https://doi.org/10.1001/jama.2022.9009 (Abgerufen 23. Juli 2026)
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